Kirchengemeinde Weißenbrunn v. Wald (vor Pfarreibildung)

Aus dem 13. Jahrhundert stammen die ersten Spuren der Pfarrei Weißenbrunn v. W. Die erste Kirche, vermutlich eine Burgkapelle, wird auf 1264 datiert. Es war ursprünglich eine Eigenkirche der Grafen von Wildberg, die ab 1285 unter dem Patronat des Klosters Sonnefeld stand. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das ganze Dorf 1634 von Truppen des Generals Guillaume de Lamboy niedergebrannt. Die Kirche, auf einem kleinen Hügel stehend, wurde 1752 bis 1754 neu aufgebaut. 1920 wurde die politische Gemeinde Weißenbrunn v. W., zuvor zum Freistaat Coburg gehörend, bayerisch. 

Die evangelisch-lutherische Dreifaltigkeitskirche ist das größte Gebäude in Weißenbrunn v. W.. Sie ist ein schlichter Saalbau mit Kanzelaltar und wurde 1752 bis 1754 nach Plänen des Coburger Hofmaurermeisters Brückner in Anlehnung an den Markgrafenstil errichtet, nachdem das alte Kirchenhaus zu baufällig geworden war. Der Hallenbau hat zwölf große Fenster und ist mit zwei Emporen ausgestattet. Etwa 600 Personen haben in dem Gotteshaus Platz. Eine im Rokokostil verzierte Kanzel, die 1756 gestiftet wurde, und die Figuren der Apostel Petrus und Paulus beherrschen die Altarwand. Der Epistelstuhl, der zugleich als Taufstein dient, ist mit den Symbolen des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung verziert. Auf der der Kanzel gegenüberliegenden Seite hat die Orgel auf der ersten Empore ihren Platz gefunden. Sie wurde 1912 von der Brauereibesitzerin Alex gestiftet. Der in seinem Kern spätmittelalterliche Turm hat seit 1866 einen achteckigen Aufsatz mit Spitzhelm.

40 evangelische Pfarrer (bis 2024), 3 Diakone sechs Vikare und fünf Kriegsvertreter haben seit 1528 ihren Dienst in Weißenbrunn v. W. versehen. 

Zum ursprünglichen Kirchensprengel von Weißenbrunn v. Wald gehörten die Ortschaften Weißenbrunn, Fornbach, Fischbach, Schönstädt, Mittelberg und Waltersdorf sowie die thüringischen Nachbardörfer: Roth auf der Höh, Almerswind, Emstadt und Truckendorf. Nach 1945 trennte jedoch die innerdeutsche Grenze das Dorf von seinen vier thüringischen Nachbardörfern. 

Choradstanten-Chöre wurden erstmalig mit der Reformation geboren. Die vorreformatorische Kirchenmusik, speziell der Kirchengesang, hatte da ein beachtliches Niveau erreicht. In den Oberstimmen (Sopran und Alt) wurde er von den Schülern und in den Männerstimmen (Tenor und Bass) von den niederen Geistlichen, vornehmlich Klosterinsassen ausgeübt. Hier trat mit der Reformation eine plötzliche Wende ein. Denn über Nacht gab es keine Klöster und niederer Geistlichen mehr, somit auch keine Männerstimmen beim Kirchengesang. Diese Lücke wurde aber schnell geschlossen. Sangeskundige, männliche Gemeindemitglieder traten zu den Chören hinzu und übernahmen die Männerstimmen. Eben das ist die Bedeutung des lateinischen Wortes „Adstanten“: die sich Hinzustellenden. Auch in Weißenbrunn v. Wald bildete sich die Gesangsgruppe der Choradstanten, dessen Gesangstradition bis heute weiterbesteht. Auf eine 338-jährige Geschichte können die Choradstanten aus Weißenbrunn vorm Wald inzwischen zurückblicken.

Seit Mitte der 80er Jahre erweitert auch der Posaunenchor Weißenbrunn v. Wald die heimische Kirchenmusik.

Die Kirchengemeinde Weißenbrunn v. W. verfügt über ein eigenes Gemeindehaus, das 2018/2019 saniert, umgebaut und neu eingeweiht wurde.